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NEW YORK III
... OOOPS, WE'LL DO IT AGAIN ...

   

15.10.2005

Oh Leute, was für ein Tag doch dieser gestrige war. Etwas über 20 Grad und Sonne pur. Du gehst aus dem Haus und nach  5 Schritten ist sie wieder da diese unbeschreibliche Faszination die von dieser Mutter aller Städte ausgeht. Hatte ich auf der Taxifahrt von JFK aus noch mit Ingo über meine Zweifel gesprochen ob dieses Gefühl der absoluten Begeisterung sich erneut einstellen würde. Nicht zuletzt auch stark beeinflußt durch den abgebröckelten Glanz des Amerikabildes im allgemeinen und natürlich auch wegen der innerlichen Auflehnung gegen das weltpolitische Auftreten der Bush-Administration. Doch diese Stadt wischte dies alles in wenigen Minuten wieder hinweg. Der strahlend blaue Himmel, die Straßenverkäufer, die wie Bienen umherschwirrenden yellow cabs, die New York typische Art des Hupens im Straßenverkehr, die heulenden Sirenen irgendwo im Hintergrund, die beeindruckende und einzigartige Skyscraper-Architektur und mittendrin dann zum Beispiel wieder die kleine beschauliche Trinity Church umgeben von einem kleinen malerischen Friedhof. Die silbernen endlosen Züge der Subway und die vielen Menschen aller Farben, meist chic gekleidet und immer unterwegs. Klar, daß hier noch mehr telefonieren und noch mehr mit ihrem Player ausgestattet durch die Straßen der Stadt ziehen, aber das muß auch wohl so sein. Immer sind alle in Bewegung, sie sind busy doch nicht hektisch. Es ist ein angenehme und mega-coole Atmosphäre von pulsierendem Leben. Es ist New York und wir sind New York. Oder damit auch ihr Deutschen das versteht "Du bist New York". Und wir fühlen uns auch eins mit der Stadt. Keiner von uns ist zum ersten Mal hier und so mischen wir schon geschäftig mit und fühlen uns zu Hause.
Kurz zur Chronologie des Tages. Gegen 8:00 Uhr begann der Arbeitstag in der Web-Redaktion, die in Zimmer 406 des Hauses beheimatet ist. Kurz die Nachteindrücke zu elektronischem Papier gebracht und dann um 9.00 zum "schön frühstücken" verabredet gewesen. In trauter Runde dort mal die Bagels und den heimischen Kaffee probiert.
Heike, Enno, Ingo und Bridget machten sich dann auf zum Shoppen. In das nächste Jahrhundert. Zumindest trug Heike später eine Plastiktüte (mit sensationell günstiger Jacke als Inhalt) mit der Aufschrift "21 Century" durch die Gegend.
Ich hatte mir mal wieder gruppenfrei genommen, da ich ein bißchen auf den Spuren von Kate Beckinsale (Waldorf Astoria, Bloomingdales und Cafe Serendipity) wandern wollte um anschließend meine Premiere im Guggenheim zu geben.
Vorher aber noch die neuesten Bilder ins Internet, ein bisserl Mails checken und vielleicht noch einen Cappu im Starbucks um die Ecke. Es ist doch für den einsamen Wolf immer schön auch mal etwas Zeit für sich zu haben. Als ich dann auf meinem Weg zu den großen Zielen mich gerade in der U-Bahn befinde, kommt die SMS "Gerdl wir überlegen einen Hubschrauberrundflug zu machen. Kommst du mit? Ingo". Ich antworte kurz und prägnant mit "yes". Treffpunkt South Street Seaport vereinbart. Wieder aus der Subway ausgecheckt und zu Fuss nach South Street. Als wir uns gefunden haben, sofort gemeinsam gen Heli-Port weitergezogen. Zuerst mal die Routen und Optionen erklären lassen, während Ennos Biocomputer mal die beste Flugzeit (optimiert nach dem Kriterium Fotolicht) ermittelte. Auch den Preis, 129 Dollar für 15 Minuten mussten wir zuerst verdauen. "Apropos verdauen, woll' wer ned mal was essen" schlug Ingo vor. "hier könn mer alles schön diskutieren". So sollte es geschehen. Am Pier dort findet jeder Kulinarier seine bevorzugte Ausichtung vor. B-la hielt sich an der Italian Cusine. Ich zog mir einen Chicken Caesar Salad rein und Enno und Ingo teilten sich einen solchen als Side Dish. Allerdings hatten sie ihrer Rede nach ein "schwules Dressing", was immer damit auch gemeint war. Ich hatte Gott sei Dank ein originales und damit  "unschwules". Das Verdauen half uns jedoch nicht stark weiter bei unserer Heli-Entscheidungsfindung. Ingo wollte und wollte zugleich nicht. Heike wollte nicht. B-la wollte wohl auch nicht wirklich  und Enno wollte schon, aber nicht jetzt. Ich wollte wohl schon, aber auch nicht unbedingt. Entscheidungsfindung as usual. Nach dem Tagen des Vermittlungsausschusses fühlte ich mich ein bißchen an Koalitionsgespräche erinnert, da am Schluß dann eine ganz andere Lösung herauskam und die eine (natürlich hat aber auch die gewonnen) an der Umsetzung des Regierungsprogramms nicht mehr beteiligt war. Heike entschied sich für's Bleiben und damit fürs Sonnen, Lesen und Relaxen am Pier, während B-la, Enno, Ingo und m.W. starteten zur Sightseeing Tour durch Downtown Manhattan mit dem offenen Doppeldecker-Bus, welche um 14.00 Uhr startete und ca. 2 Stunden dauern sollte. Bei herrlichsten Temperaturen also gestartet durch die Schluchten von Manhattan und weiter durch die bekannten Viertel von Metropolis. Ob des idealen Wetters und des Samstages shoppten und flanierten die New Yorker und Touries, daß nahezu kein Durchkommen mehr war an der einen  und der anderen Stelle. Unsere Tour Guide war ein verhindertes Broadway Girl, so daß sie - wenn sie mal nicht gerade Enno zum Sitzenbleiben ermahnen mußte - einen musikalischen Beitrag nach dem anderen darbot. Aber was wir zu sehen bekamen war sensationell. Enno und ich forderten die Fotoapparate bis an die Grenze von Speicherchips und Akkus. Seht selbst in unserem Foto-Special.
Der Plan von Enno und mir eventuell nach der Bustour noch den Hubschrauberrundflug zu machen scheiterte nun daran, daß die Bustour sich zeitlich verlängerte und auch das Wetter ein bisschen zuzog.  So gelangten wir gegen 17:30 wieder ins Hotel wo wir uns kurz frisch machten und umzogen um dann mit der U-Bahn gen Times Square zu starten. Da man uns die rote Linie an der Wall Street dicht gemacht hatte mußten wir einen kleinen Umweg zur Fulton Street machen. Unser Ziel war das Drehrestaurant (47. Etage)  "The View" im Marriott Marquis Hotel. Dort genossen wir das Buffett zu 27.95 Dollar und amerikanisches Bier, bzw. White Wine aus California. Kurz vor 21.00 Uhr verabschiedeten wir uns, da wir ab dann eine 7 Dollar Gebühr für Nicht-Hotelgäste bezahlen müssen. Strange. Das gibt eindeutig Abzüge in der B-Note. Auch die Band dort gab es nicht mehr und der angebliche Umbau hat keine wahrnehmbaren Vorteile gebracht. Also war schön, aber der Kick der ersten beiden Male hat sich für mich dort nicht eingestellt. Anders hingegen der Time Square selbst. Flackernde Lichtreklame an allen Fassaden machen den Platz taghell auch mitten in der Nacht. Viele, viele Fotos hat Enno geschossen. Die "echten" Profis machten Modeaufnahmen und wir gingen in den Virgin Store um zu stöbern. B-la kaufte zwei Ray Charles CDs. Auf dem Rückweg zur U-Bahn zeigte Heike dem Enno wie man mit adidas "prozessorgesteuert" treten kann. In der U-Bahn hatten wir ein bisschen herumgealbert und wohl im übertragenen Sinne auch "geschlafen", da wir unsere Station verpassten und dann erst in Brooklyn High Street aussteigen konnten und dann wieder zurückfahren mußten. In der Ulysses Bar um die Ecke sackten wir dann ab. Ich seilte mich kurz nach 1.00 Uhr ab, während die anderen no a Maß tranken und no a Maß und da evtl. heut no sitzen. Im Ernst, so schlimm kam's nicht. Irgendwann schaffte jeder die letzen Meter, so daß alle zufrieden und mit der richtigen Bettschwere in ihree Heia landeten. Aus dieser werde ich mich dann jetzt aufmachen um das Bad heimzusuchen, damit ich das Frühstück nicht verpasse. Danach werden dann hoffentlich auch noch die Bilder des Tages den Weg hier her finden.

Here they come:

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